Stelle einen Timer auf neunzig Sekunden. Sitze oder stehe sicher. Richte die Aufmerksamkeit in die Handflächen, spüre Temperatur, Gewicht, Textur. Atme länger aus als ein, zähle leise rückwärts von neunundneunzig in Dreierschritten. Gefühle sind Wellen; begleite sie, statt sie zu bekämpfen. Nach Ablauf überprüfe Puls und Blickweite. Die Kurve flacht oft spürbar ab, sodass du wieder wählen kannst, wie du antworten willst. Diese Mini‑Übung passt sogar in eine Toilettenpause zwischen zwei Terminen.
Finde vier reale Berührungen: Füße auf dem Boden, Rücken an der Lehne, Hände aneinander, Zunge am Gaumen. Sprich innerlich: Hier. Jetzt. Sicher genug. Atme in die Flanken, seufze hörlos aus. Blicke auf einen ruhigen, unbewegten Punkt im Raum. Halte drei Atemzyklen, löse die Schultern, blinzle weich. Dieses simple Protokoll signalisiert deinem Nervensystem Verlässlichkeit, senkt den inneren Alarm und schafft Platz für Freundlichkeit – zu dir, bevor du sie anderen schenken kannst.
Während die Türen schließen, lege die rechte Hand an den Brustkorb, die linke an den Bauch. Flüstere innerlich: Möge ich sicher sein. Möge ich mich entspannen. Möge ich freundlich bleiben. Atme ein, spüre Kontakt; atme aus, lasse Erwartungen fallen. Hebe sanft die Mundwinkel, nicht als Maske, sondern als Erinnerung an Weichheit. Mit Ankunft im Stockwerk nimm diesen Tonfall mit. Begegnungen werden leichter, weil du vorher dich selbst gesehen hast – in einer Fahrt von wenigen Sekunden.
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